Die Scheideanstalt

Als die Krise kam, kamen auch die Goldankäufer in Scharen und lockten viele Menschen mit ihren Schildern „Kaufe Altgold, kaufe Zahngold zu fairen Preisen“. Doch ohne einem Juwelier zu nahe kommen zu wollen, Tatsache ist, dass die besten Preise für Edelmetall bei einem Verkauf an eine Scheideanstalt erzielt werden. Auch werden bei einem Edelmetallaufkäufer die Anteile an Platin nicht berücksichtigt, während diese in der Scheideanstalt mit vergütet werden.

Scheideanstalten sind Unternehmen, die aus Legierungen und Gemengen rückgewinnwürdige Bestandteile an Edelmetallen von unerwünschten Bestandteilen trennen und damit die gewünschten Materialien separieren. So wird beispielsweise Silbererz so lange chemisch-physikalisch behandelt, bis das gewünschte Silber in relativ reiner Form vorliegt. Es können aber auch Schrott oder andere Industrieabfälle getrennt werden und an einige Scheideanstalten können Privatpersonen edelmetallhaltige Materialien verkaufen, die mitunter ohne Weiteres auf dem Postweg versandt werden können.

Es ist eine Vielzahl von Materialien, die in so einer Scheideanstalt verarbeitet werden. So geben Privatpersonen in erster Linie Schmuck, Zahngold oder Bestecks, sowie Silbergegenstände und schlecht erhaltene Münzen ab. In der Industrie ist die Liste bedeutend länger, da neben Stanzabfällen und Schrott, Platinen und Elektrobauteile zur Trennung abgegeben werden. Aber auch flüssige Metallträger wie Fotoentwickler oder Fixierbäder mit hohem Silberanteil, galvanische Säuren und Laugen, sowie Katalysatoren können geschieden werden. Aus dem privaten Fotolabor ist es möglich, die Chemikalien bei einem Fotohändler, aber leider nur kostenlos, zu entsorgen. In der Regel sind Scheideanstalten kompetente Institutionen für fachgerechte, effektive und umweltschonende Verarbeitung von edelmetallhaltigen Abfällen, die einen entscheidenden Beitrag in der heutigen so wichtigen Werterhaltungskette spielen.


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